
Das Leben ist
ein Geschenk.
Vom Klinikbett auf das oberste Podest der Weltmeisterschaften – Beras Weg in acht Kapiteln.

Diese Narbe ist ihr Startschuss.
Sie erinnert an den Organspender, der Bera das Leben schenkte – und an die Verantwortung, aus diesem Geschenk etwas zu machen. Täglich nimmt sie Medikamente, damit ihr Körper das Organ nicht abstößt. Sonst, sagt sie, läuft alles normal. Nur eben schneller als bei den meisten. Kraft schöpft sie aus ihrer Familie, ihrem Glauben – und der Dankbarkeit für ihr zweites Leben.
Acht Kapitel
Der Kampf ums Überleben
Bera kommt am 1. Oktober 2000 zur Welt. Zwei Wochen später stellen Ärzte eine Gallengangatresie fest – eine seltene Erkrankung, bei der giftige Gallenflüssigkeit die Leber zerstört. Mehrere Operationen schlagen fehl, nur eine Transplantation kann Bera retten. Mit neun Monaten erhält sie die rettende Spenderleber – die Chance auf ein zweites Leben.
Eine normale Kindheit – bewusst
Ihre Eltern packen sie nicht in Watte. Bera wächst auf wie jedes andere Kind: Ballett, Kinderturnen, Reiten, Fußball. Dafür ist sie bis heute dankbar.
Die Entdeckung der Leichtathletik
2016 erzählt ihr auf einer Ferienfreizeit eine Kinderkrankenschwester von den Meisterschaften der Transplantierten. Ihre Reaktion: „Da will ich hin.“ Monatelang trainiert sie bei der TSG Öhringen – und gewinnt 2017 bei ihrer ersten DM auf Anhieb mehrere Titel (u. a. über 400 m bis 3.000 m) plus den Platz im Nationalteam.
Die Weltbühne
Mit 16 fliegt sie zu den World Transplant Games nach Málaga und kehrt mit sieben Medaillen zurück – viermal Gold. Der prägende Moment: Vor dem 400-m-Start blickt sie auf die Tribüne. Über 1.000 Menschen – alle transplantiert. „Ohne Organspende wäre das Stadion leer gewesen.“
Titel um Titel
EM-Gold in Cagliari, Oxford und Lissabon, dazu Gold bei den British Transplant Games in Nottingham. In Perth fällt 2023 der Weltrekord über 1.500 m (5:18,12 min). Zum Jahreswechsel 2023/24 wechselt sie den Verein und erlebt erstmals echte Vereinsunterstützung.
Heimspiel & Weltrekord
Als offizielle Markenbotschafterin der World Transplant Games in Dresden erlebt sie ihre erste Heim-WM: Gold über 1.500 m mit neuem Weltrekord (5:01,73 min), Gold über 5 km Straße in 17:30 min, zweimal Silber. Dazu Gold bei den British Transplant Games in Oxford, der deutsche Para-Titel über 1.500 m und die dritte Ehrung als Hohenloher Sportlerin des Jahres.
Neue Wege
Die Straße ruft: DM über 10 km in Uelzen, Halbmarathon-Bestzeit von 1:26:15 in Paderborn. Im Mai holt sie in Straubing den deutschen Titel über 3 km, im Juni gewinnt sie bei der EM in Arnhem das 5-km-Rennen in 17:48 min. Auf der Bahn fallen im Sommer die Bestzeiten – 2:26,03 min über 800 m in Stuttgart, dann zweimal über 1.500 m: 4:57,57 min bei der Blue Track Night in Sindelfingen und Ende August 4:55,02 min in Pfungstadt. Beides schneller als ihr eigener Weltrekord, der aber nur bei WM oder EM aufgestellt werden kann. Dazwischen gewinnt sie in Sheffield bei den British Transplant Games beide Laufwettbewerbe: die 5 km Straße als schnellste Frau des gesamten Feldes und die 1.500 m in 5:07,76 min.
Das große Ziel
Am Horizont leuchtet ein Traum: die Paralympics 2032 in Brisbane. Bisher gibt es keine internationale Startklasse für transplantierte Athletinnen und Athleten – national läuft Bera bereits in der Klasse T48 und baut ihre Para-Starts konsequent aus. Der nächste große Zwischenschritt: die World Transplant Games 2027 in Leuven.
Momente






„Ich will niemanden in irgendeine Richtung drängen, weil es eine sehr persönliche Entscheidung ist. Aber ich denke, Organspende kann eine Form von Nächstenliebe sein.“
Beras Appell: informiert euch bei neutralen Quellen, sprecht mit Familie und Freunden – und entscheidet selbst. Auch ein Widerspruch ist auf dem Organspendeausweis möglich; ein Ausweis entlastet im Ernstfall vor allem die Angehörigen.
organspende-info.de
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